RR Spotter

Berlin-Schönefeld 17.11.1991

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Zwei Wochen vor dem Erwerb meines PKW-Führerscheins ging es an diesem Tag ein letztes Mal mit dem Zug nach Berlin-Schönefeld. Das Wetter war, wie im November fast nicht anders zu erwarten, eigentlich eine Katastrophe. Rückwirkend betrachtet ließen die „erlegten“ Motive die Bedingungen jedoch schnell vergessen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich die folgenden Dias Teil meiner Sammlung nennen darf.

Mein Highlight des Tages war die Tunisair Boeing 737 der 200er Serie mit der Registrierung TS-IOC und dem Flottenname „Salammbo“, welche sich in der alten Farbgebung der Airline zeigte. Die mittlerweile verschrottete Maschine, mit dem Erstflugdatum 03.10.1979, war in ihrem ganzen Leben mit der gleichen Kennung unterwegs.

Weitaus wechselvoller war die Geschichte der HA-LEB, welche Malev an diesem Tag zwischen Budapest und Berlin-Schönefeld einsetzte. Diese Boeing 737-200 (Erstflug 02.05.1980) war von 1988 bis 1998 für den ungarischen Flagcarrier unterwegs. Davor flog sie bereits für die belgische TEA, EL AL, Kabo Air aus Nigeria sowie TUR European Airways aus der Türkei. Ab 1998 ging das Flugzeug als UN-B3706 an Air Kazakhstan und im Jahr 2004 übernahm sie Batavia Air aus Indonesien in ihre Flotte (PK-YTC).

Ein weiterer regelmäßiger Gast in Schönefeld waren die Boeing 727 der Syrian Arab Airlines. An diesem Tag wurde die YK-AGB eingesetzt. Die auf den Namen „Damascus“ getaufte Maschine absolvierte ihren Erstflug bereits am 18. März 1976 und wurde am 31. des selben Monats an die syrische Airline übergeben.

Den Reigen der „historischen“ Airliner beschloss die ROMBAC One Eleven der Tarom. Die YR-BRB aus dem Jahr 1983 wurde vor dieser Aufnahme und auch danach unter anderem als EI-BSS von Ryanair geleast. Am Ende ihrer Karriere flog sie als 5N-ESD für die nigerianische EAS Airlines. Nach einem Absturz der Schwestermaschine 5N-ESF am 4. Mai 2002, kurz nach dem Start in Kano, wurden während der Flugunfalluntersuchung alle Flugzeuge dieses Typs gegroundet. Später erließ die nigerianische Regierung ein Flugverbot für alle Maschinen, die älter als 22 Jahre waren.

Das größte Flugzeug an diesem Tag setzte Singapore Airlines ein. Es war die Boeing 747-312 N119KE, welche in der Drei-Klassen-Konfiguration der Airline 380 Passagieren Platz bot, davon jeweils 20 in der First Class und in der Business Class. Diese Maschine war nach Ihrer Auslieferung von 1984 bis 1995 für die asiatische Fluglinie im Einsatz. Bis zu Ihrer Stilllegung im Jahr 2012 flog sie unter anderem für Corsair, Sabena, Garuda Indonesia sowie Saudi Arabian Airlines.

Ein guter alter Bekannter in Berlin-Schönefeld war der Airbus A310 mit der Registrierung 10+22. Dabei handelte es sich um die ex DDR-ABB, den zweiten der drei von der DDR-Fluggesellschaft Interflug eingesetzten Exemplare dieses Typs. Nach der Liquidation der Interflug wurde die Maschine 1991 auf den Name „Theodor Heuss“ getauft und ging in die Flotte der Flugbereitschaft der Deutsche Luftwaffe über, wo sie bis Juni 2011 verblieb.

Einer der ersten A320-Kunden war Cyprus Airways. Die Airline orderte insgesamt acht Exemplare dieses Typs. Die 5B-DAW „Agapinor“ trug die Seriennummer 038 und war die vierte in die Flotte integrierte Maschine. Die Verschrottung erfolgte 2011 auf dem Walnut Ridge Regional Airport in Arkansas.

„Grand Master Nicolas Cotoner“ lautete der Name des Air Malta Airbus A320, welcher an diesem Tag, vom Malta International Airport kommend, in Berlin eintraf. Der Erstflug der 9H-ABP lag zu diesem Zeitpunkt erst rund 16 Monate zurück. Im August 2015 wurde mit der Verschrottung dieses Flugzeuges begonnen.

JAT Yugoslav Airlines zählte ebenso zu den Stammgästen in SXF. Während meines Aufenthaltes stattete eine ATR-72 dem Hauptstadtflughafen einen Besuch ab. Seit Oktober 1990 im Einsatz fliegt die YU-ALO auch heute noch mit dieser Registrierung, allerdings jetzt in Diensten der Air Serbia.

Die Boeing 737 D-ABWD der Condor war eine von neun Maschinen der Serie 300, welche der deutsche Ferienflieger in seiner Flotte einsetzte. Seit 13. Januar 2017 trägt das mittlerweile zur „Quick Convertible“-Version umgebaute Flugzeug die Registrierung TS-ICA. Sie ist gegenwärtig das einzige Exemplar in der Flotte der tunesischen Express Air Cargo.

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